DNVF-Methoden-Seminare als Preconference-Seminare

am 20.10.2011, von 8.00 - 12.00 Uhr

im Rahmen des 10. Deutschen Kongressess für Versorgungsforschung und der 18. GAA-Jahrestagung, vom 20.-22.10.2011, in Köln

Veranstaltungsort

Maternushaus Köln, Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln

Teilnahmegebühren pro Seminar

Studierende müssen über einen Studentenausweis den Studierenden-Status nachweisen. Mitarbeiter müssen keinen Nachweis vorlegen.

Anmeldung

Eine Anmeldung für die Seminare ist ausschließlich über die Teilnehmerregistrierung auf dieser Webseite möglich. Da die Anzahl der Seminarplätze begrenzt ist, entscheidet über die Vergabe der Eingang der Anmeldung.

Die Anmeldung für ein Seminar ist automatisch mit einer Anmeldung zum Kongress verbunden, d.h. ein Seminarteilnehmer muss mindestens ein Tagesticket für den 20. Oktober 2011 lösen.

Alle Informationen zum DNVF, der Mitgliedschaft im Netzwerk, den Aktivitäten des DNVF und der Arbeitsgruppen sowie zu den Seminarangebote des DNVF finden Sie auf der Website: www.dnvf.de. Dort können Sie sich auch für den kostenlosen Newsletter registrieren lassen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die DNVF-Geschäftsstelle: Dr. Gisela Nellessen-Martens
DNVF-Geschäftsstelle c/o IMVR
Eupener Str. 129
50933 Köln
E-Mail: kontakt[a_t]dnvf[do_t]de
Tel. 0221-478-97115, Fax 0221-478-97142

Seminar "Anwendung von Strukturgleichungsmodellen in der Versorgungsforschung"

In dem Seminar wird die Methodik von Strukturgleichungsmodellen (SGM) behandelt und an Anwendungsbeispielen aus der Versorgungsforschung diskutiert. SGM gehören in der Literatur inzwischen zum Analysestandard, wenn (a) Strukturen von Erhebungsinstrumenten (Konfirmatorische Faktorenanalyse, CFA) oder Theoriemodelle auf Basis empirischer Daten geprüft werden. Insofern kommt der Anwendung von SGM in unterschiedlichen Phasen komplexer Studien in der Versorgungsforschung ein besonderer Stellenwert zu. In dem Phasenmodell von Cambell können SGM insbesondere in den Phasen I (Modelling), Phase II (Exploratory trial) und Phase IV (Long term implementation) zur Optimierung der Assessmentbasis und differenzierten Evaluation von postulierten Wirkmodellen (u.a. Moderatoreffekte) eingesetzt werden. Die hohe interne Validität von Cross-lagged-panel-Designs können die notwendigen Wirksamkeitsbelege in Phase III (Definitive randomized control trial) ergänzen. Für alle diese Anwendung besitzen SGM im Vergleich zu klassischen Analyseverfahren methodische Vorteile. In dem Seminar werden sowohl die Merkmale, Anwendung und Gütebeurteilung von SGM dargestellt, als auch der Mehrwert, der sich in Studien der organisationsbezogenen Versorgungsforschung erwarten lässt.

Das Seminar richtet sich an Personen, die in der Versorgungsforschung tätig sind und einen grundlegenden Einblick in die Methodik von SGM erhalten wollen. Das Seminar befähigt die Teilnehmer einzuschätzen, welchen Nutzen SGM für eigene Studien haben können, wann der Einsatz von SGM möglich ist und wie erste Analyseschritte mit der in SPSS verfügbaren Software AMOS umgesetzt werden können. Es werden Grundbegriffe statistischer Methoden (z.B. Korrelationstechniken, lineare Regressionsmodelle), jedoch keine Grundkenntnisse in SGM vorausgesetzt.

Seminar "Lebensqualität als Methode und Gegenstand der Versorgungsforschung"

Lebensqualität (LQ) wird innerhalb der Medizin, Psychologie und anderen Gesundheitswissenschaften als Maß zur Bewertung von Gesundheitszielen (Outcomes) betrachtet, wobei es von entscheidender Bedeutung ist, dass Patienten selbst Auskunft über ihren Zustand geben. Lebensqualität ist ein mehrdimensionales Konstrukt und umfasst die subjektive Befindlichkeit und das Handlungsvermögen im somatischen, im psychischen und im sozialen Bereich. Der interdisziplinäre Ansatz der Versorgungsforschung mit seinem weiten Aufgabenfeld auf der einen, und die Lebensqualitätsforschung mit ihren Modellen und Methoden auf der anderen Seite, bietet ein hervorragendes Potential für Synergien. Die Integration von Lebensqualität in die Versorgungsforschung verspricht, die Diskussion über die Ziele der Gesundheitsversorgung und die Werte in unserem Gesundheitssystem in konstruktiver, kritischer und nachhaltiger Weise zu beeinflussen.

Das Seminar bietet Interessierten eine fundierte Einführung in das Gebiet, mit Referaten zu den Themen Bedeutung und Definition, Methoden der Lebensqualitätsforschung, Fragebogenauswahl, Anwendungsbeispiele, Therapie von LQ-Defiziten, Interpretation und Checklisten für Berichte.

Seminar "Methoden der epidemiologischen Versorgungsforschung"

Zu den Methoden der Versorgungsforschung gibt es seit langem intensive Diskussionen. Die Versorgungsforschung versteht sich als interdisziplinäres Forschungsfeld und greift auf Theorien und Methoden der beteiligten Disziplinen zurück. Dazu bedarf es keiner speziellen Forschungsmethodik, sondern Versorgungsforschung definiert sich primär über ihre Fragestellungen. Um valide Aussagen zu generieren, müssen solche Studien mittels angemessener Methodik durchgeführt werden: Methodisch schlechte Studien werden nicht dadurch besser, dass sie als Versorgungsforschung "verkauft" werden. Spezifische Fragen der Versorgungsforschung allerdings können den Zugang zu speziellen Datenkörpern notwendig machen. Hier sind vor allem Routine- sowie Registerdaten zu nennen. Im Rahmen des Seminars sollen zunächst methodische Grundlagen diskutiert werden. Anschließend werden praktische Beispiele sowie mögliche Fallstricke unter besonderer Berücksichtigung von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt.

Seminar "Methoden zur Bewertung gesundheitsökonomischer Evaluationen im Rahmen der Versorgungsforschung, Teil 3"

Gesundheitsökonomische Analysen gewinnen auch in der Versorgungsforschung zunehmend an Bedeu-tung. Um eine fundierte Diskussion über deren Ergebnisse führen zu können, ist ein Verständnis zentraler Aspekte gesundheitsökonomischer Evaluationen unerlässlich.

Nach den Teilen 1 und 2 des Methodenseminars (am 12. & 13. Mai 2011) werden im Methodenseminar Teil 3 mehrere gesundheitsökonomische Studien schwerpunktmäßig zu einem methodischen Aspekt bearbeitet. Schwerpunkt werden das Qualitätsadjustierte Lebensjahr (QALY), seine Erhebungsmethoden und deren Schwächen und Stärken im Kontext von Studien zu ausgewählten Krankheitsbildern sein.

Ziel der Seminare ist es, den Teilnehmenden fundiertes Wissen über gesundheitsökonomische Evaluatio-nen zu vermitteln und deren Vorteile aufzuzeigen, jedoch gleichzeitig für die Grenzen der Methodik zu sensibilisieren. Der Teil 3 des Seminars richtet sich an Personen, die sich zusätzlich zu den Inhalten des Teils 2 mit ausgewählten methodischen Aspekten auseinandersetzen möchten.

Seminar "Methoden von Registern für die Versorgungsforschung"

Infolge der gestiegenen Anforderungen der Versorgungsforschung haben Register in den vergangenen Jahren einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Neben den seit langer Zeit etablierten epidemiologischen Registern werden zunehmend auch klinische Register mit zum Teil sehr variabler Methodik und Zielsetzung durchgeführt. Das Ziel der AG Register besteht darin, Standards für die zukünftige Erstellung und Bewertung von Registern zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wurde von der AG ein Memorandum "Register für die Versorgungsforschung" verfasst. Die hiermit von der AG erarbeiteten Standards orientieren sich daran, welche wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Qualitätskriterien einem Register zugrunde liegen sollten, was bei der Planung und beim Design eines Registers beachtet werden sollte und welche Strategien sich zur Auswertung eines Registers anbieten.

Zielgruppe des Seminars sind einerseits Experten und Institutionen, die sich mit der Konzeption von Registern befassen sowie andererseits Wissenschaftler, die beabsichtigen, Daten eines Registers zu nutzen und hierfür eine qualitative Bewertung vornehmen wollen.

Inhaltlich sollen in dem Seminar die Ergebnisse des Memorandums anhand folgender Fragen vorgestellt und diskutiert werden: Welche Fragen können zukünftig mit dem Konzept eines Registers bearbeitet werden und welche Chancen liegen darin für die Versorgungsforschung? Welche wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Qualitätskriterien sollten einem Register zugrunde liegen? Was sollte bei der Planung und beim Design eines Registers beachtet werden? Welche Strategien bieten sich zur Auswertung eines Registers an?

Diese und andere in Zusammenhang mit Registern auftauchende Fragen werden behandelt. Zur Eigenkontrolle bei der Konzipierung eines Registers, aber auch zur summativen Evaluation bestehender Register wurde als Quintessenz des Memorandums eine Checkliste erstellt, die zu Beginn der Veranstaltung vorgestellt wird. Anschließend erfolgt eine Beschreibung der für die Planung und Durchführung eines Registers notwendigen Schritte.

Der theoretischen Grundlage folgt eine Präsentation aus dem Bereich aktueller klinischer und epidemiologi-scher Krebsregister. Hiermit sollen die Erfordernisse von Registern, deren Möglichkeiten und Grenzen sowie praktische Probleme bei der Durchführung exemplarisch dargestellt werden.

Seminar "Qualitative Methoden in der Versorgungsforschung – Eine Einführung am Beispiel Leitfadeninterview

Im ersten Teil des Seminars wird aus der Vielfalt bestehender Erhebungsmethoden qualitativer Sozialforschung die Methode des Leitfadeninterviews, z.B. des ExpertInneninterviews, herausgegriffen. Erörtert werden Möglichkeiten und Grenzen der Suche nach Interviewpartnern und -partnerinnen sowie ihrer Information über das Forschungsprojekt, Grundlagen der Formulierung von Leitfadenfragen sowie Aspekte der Durchführung, Aufzeichnung und Transkription von teilstrukturierten Interviews.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils des Workshops steht die Auswertung von Leitfaden gestützten Interviews am Beispiel der Methode der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Neben einer Erörterung theoretischer Grundlagen der Auswertung von Leitfadeninterviews besteht die Möglichkeit gemeinsamer Interpretationsarbeit auf der Basis empirischen Materials.

Sowohl im Rahmen der Erörterung von Erhebungs- als auch der Erörterung von Auswertungsprozessen erfolgt eine kontinuierliche Bezugnahme auf ethische Gesichtspunkte qualitativer Sozialforschung.

Das Seminar stellt eine Einführung in Qualitative Methoden in der Versorgungsforschung dar und richtet sich an interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen ohne spezifische Vorerfahrungen im Feld qualitativer Sozialforschung.